05/30/2009
Magnetfeld Imaging in der Ischämiediagnostik
Ergebnisorientierte Diagnostik dank MFI
Jena, 30. Mai 2008. Jährlich werden in Deutschland zirka 800.000 Herzkatheteruntersuchungen durchgeführt. Der Anteil der Patienten, bei denen sich daraus eine therapeutische Maßnahme ergibt, liegt bei gerade einmal 30-40 %. Mit Hilfe eines Magnetfeld Imaging-Systems, einer neuen kardiologischen Diagnostikmethode, könnte hier in Zukunft eine alternative nichtinvasive Möglichkeit zur Ischämiediagnostik gefunden werden. In einer klinischen Studie wird derzeit genau dieser Problemstellung nachgegangen.
Die MADISC-Studie (Magnetic Field Imaging for Non Invasive Detection of stress induced Ischemia) untersucht die Ischämiediagnostik mittels MFI. 1.100 Patienten mit Angina pectoris oder positivem kardialem Stresstest, bei denen eine Angiografie der Koronargefäße indiziert ist, werden in die Untersuchung eingeschlossen. Die Studie soll zeigen, dass hämodynamisch relevante Stenosen mit dem MFI nachweisbar sind. Es werden zwei Untersuchungen in direkter Folge, einmal in Ruhe und einmal nach der Gabe von Adenosin, also unter Stressbelastung, durchgeführt. In der dreidimensionalen Rekonstruktion ist dann gut zu erkennen, ob der Herzmuskel von einer Ischämie betroffen ist.
Physikalische Grundlagen von MFI
MFI beruht auf zwei naturwissenschaftlichen Erkenntnissen: erstens sind Zellaktivitäten grundsätzlich mit elektrischer Aktivität verbunden, zweitens ist elektrische Aktivität immer mit einem entsprechenden Magnetfeld verbunden. Im Gegensatz zu den elektrischen Signalen, die von der unterschiedlichen elektrischen Leitfähigkeit des Gewebes beeinflusst werden, verlassen die magnetischen Felder den Körper nahezu ungestört. Die magnetische Registrierung ist im Gegensatz zu den elektrischen Ableitungen referenzfrei und dadurch auch für die Ableitung niederfrequenter bzw. magnetischer Gleichfelder besonders geeignet.
Im Rahmen der Ischämiediagnostik kann das MFI-System auch die elektrophysiologischen Auswirkungen von Mikrozirkulationsstörungen in Kleinstgefäßen sichtbar machen.
Apollo CXS mit integrierter Software MIANDA
Mit Apollo CXS hat das Unternehmen BMDSys, Jena, ein hochmodernes MFI System entwickelt. Das Diagnostik-System ist für den Patienten mit keinerlei Nebenwirkungen verbunden, da es nichtinvasiv, berührungslos und strahlungsfrei ist und zudem keinerlei Kontrastmittel bedarf. Für die Untersuchung müssen keine Vorbereitungen getroffen werden. Eine speziell entwickelte Analysesoftware namens MIANDA ermöglicht direkt nach der Untersuchung eine komfortable und umfangreiche Auswertung der Ergebnisse. Die Daten können je nach Indikation in verschiedenen Formen, z. B. in dreidimensionalen Animationen oder in spezifischen Kurven, dargestellt werden. So kann der behandelnde Arzt bei seiner Diagnose optimal unterstützt werden.
Die eigentliche Untersuchung dauert zirka zwei Minuten und die Ergebnisse liegen nach ungefähr einer Minute vor, so dass das System auch für Notfallpatienten geeignet ist.
