October 30, 2008
Asklepios Klinik St. Georg: Vorreiter in der kardiologischen Diagnostik
Mit dem Magnetfeld-Imaging System kann die Hamburger Asklepios Klinik St. Georg ihren Patienten nun eine neue kardiologische Diagnose-Methode anbieten. Das Diagnose-System soll vor allem bei der Risikostratifizierung vor dem Einsatz eines implantierbaren Cardioverter Defibrillators (ICD) und in der Ischämiediagnostik eingesetzt werden. Mit dem von dem Unternehmen BMDSys GmbH, Jena, entwickelten System Apollo CXS stehen dem Kardiologen nun Informationen zur Verfügung, die bisher ohne einen invasiven Eingriff nicht erkennbar waren. Die elektrophysiologische MFI-Diagnostik ist für den Patienten mit keinerlei Nebenwirkungen verbunden, da sie kontaktfrei und strahlungsfrei ist und zudem keiner Kontrastmittel bedarf. „Wir sehen MFI als sinnvolles ergänzendes Tool in der kardiologischen Diagnostik“, so Torsten Krümmel, Geschäftsführer BMDSys.
Kardiovaskuläre Erkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen in den westlichen Industrieländern. In Deutschland sterben jedes Jahr über 110.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod. Implantierbare Defibrillatoren können auftretende ventrikuläre Tachykardien (VT) und Kammerflimmern beenden und somit einen plötzlichen Herztod verhindern. Es hat sich aber gezeigt, dass die Indikation für die Implantation eines ICD nicht spezifisch genug ist. Zum einen kommen zirka 80 % der implantierten Geräte nicht zum Einsatz, zum anderen gibt es Patienten, die nach heutigen Kriterien keinen ICD erhalten, die aber retrospektiv wahrscheinlich von einer Implantation profitiert hätten. Hier müsste in Zukunft eine spezifischere Auswahl erfolgen. Mit MFI hat man eine Methode gefunden, die dies voraussichtlich ermöglicht. Für die Risikostratifizierung einer bevorstehenden ventrikulären Tachykardie (VT) wird dabei speziell der magnetisch erfasste QRS-Komplex des Herzschlages mittels eines geeigneten Filterverfahrens aufbereitet und analysiert. Dieser weist bei Patienten mit erhöhtem Risiko einer VT in der Regel eine typische Fragmentation auf.
In der Ischämiediagnostik soll mit einer MFI-Untersuchung festgestellt werden, ob wirklich eine Ischämie vorliegt. So muss die für den Patienten nicht ganz ungefährliche Herzkatheteruntersuchung nur bei einem positiven Ergebnis durchgeführt werden. „Bei den etwa 800.000 durchgeführten Herzkatheter-untersuchungen in Deutschland kommt es nur bei zirka 30-40 % zu einer therapeutischen Maßnahme. Mit MFI können wir hier besser vorselektieren. Die ersten vorliegenden Ergebnisse sind sehr vielversprechend“, so Prof. Dr. Karl-Heinz Kuck von der Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg.
Bei der Entwicklung neuer Verfahren und deren Optimierung für den Klinikalltag sind Kooperationen zwischen Kliniken und forschenden Unternehmen von großer Bedeutung. „Nur wer auch im Bereich neuer einsetzbarer Technologien eine Vorreiterrolle übernimmt, kann sich langfristig einen Marktvorsprung erarbeiten“, berichtete Peter Oberreuter, Geschäftsführer der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH. Die Asklepios Klinik St. Georg investiert zirka eine Million Euro in diese Innovation und wird sich intensiv an den MFI-Studien beteiligen.
Das im Jahr 2005 gegründete Unternehmen BMDSys hat sich auf die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb hochinnovativer Magnetfeld Imaging Systeme (MFI) spezialisiert, die vor allem in der kardialen Diagnostik Anwendung finden. BMDSys arbeitet global an der Etablierung des MFI-Systems in den Klinikalltag, wobei Deutschland für Europa Referenzland ist. „Vor allem für unser Studienprogramm ist die Etablierung von MFI in Deutschland sehr wichtig, aber auch der amerikanische Markt sowie die asiatischen Märkte haben für uns einen hohen Stellenwert“, so Krümmel.
